Wahlprüfsteine Sportpolitik zur Europawahl 2019

Hier gibt es nochmal die Fragen und Antworten, die in Folge 6 – Was Volt ihr denn? besprochen werden.

Wir haben gefragt:

1. Wie ist ihre Meinung zur Völkerverständigung in Europa durch den Fußball bzw. durch Sport allgemein?

2. Wo sehen sie Möglichkeiten, den Sport dahingehend zu fördern und zu unterstützen, dass die europäische Völkerverständigung voranschreitet?

3. Viele Millionen Kinder und Jugendliche sämtlicher Nationalitäten sind gemeinsam in Sportvereinen aktiv, hier wird hervorragende Integrationsarbeit geleistet. Wie sehen sie die Möglichkeiten, dies auf europäischer Ebene zu stärken und auszubauen?

4. Ist Sportförderung auf europäischer Ebene sinnvoll oder ist dies eher auf nationaler Ebene zu fördern?

5. Wie stehen sie zu der Theorie, dass internationale Wettkämpfe zwischen Staaten bzw. Sportlern und Sportlerinnen, die Staaten repräsentieren, den Nationalismus befeuern?

6. Möchten sie etwas zur europäischen Sportpolitik ergänzen?

Antworten der FDP


1.Der Sport allgemein und gerade der Fußball können zur Völkerverständigung beitragen und haben dies historisch wiederholt bewiesen. Dies ist allerdings kein Automatismus. Wichtig sind begleitende und unterstützende Maßnahmen durch die Vereine und Verbände, etwa durch gemeinsame Rahmenveranstaltungen, die Räume zur Begegnung für Sportlerinnen und Sportler sowie Fans schaffen.

2. Im Mittelpunkt einer liberalen europäischen Sportpolitik stehen für uns Freie Demokraten die Sicherung der Integrität des Sports, die Wahrung seiner Autonomie, seine soziale und pädagogische Funktion bei der Förderung und zum Schutz insbesondere der jüngeren Sportlerinnen und Sportler sowie die Unterstützung des freiwilligen Engagements als besonderes Merkmal auch grenzüberschreitender Aktivitäten, wie zum Beispiel im Rahmen von Städtepartnerschaften.

Wir wollen dem schleichenden Verlust europäischer Werte entgegentreten und Europa über den Sport wieder erlebbar machen. Wir wollen mit „Erasmus +“ die europäische Dimension des Sports entfalten und die Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und -verbänden, Behörden und anderen Interessenträgern stärken – etwa bei der Gesundheitsförderung, bei der sozialen Eingliederung und Integration, auch von Migranten und Flüchtlingen, und Gleichberechtigung, bei der Bekämpfung von Rassismus und Gewalt und bei der guten verantwortungsvollen Führung von Sportorganisationen (Good governance). Wir wollen die grenzüberschreitende Anerkennung von Berufsqualifikationen im Sport voranbringen sowie Training und Ausbildung von jungen Athletinnen und Athleten in Europa zeitlich in Einklang bringen (Duale Karriere).

3. Vorbild könnten hier die Maßnahmen des deutschen Programmes „Integration durch Sport sein“. Insbesondere bei der Aktivierung von Migrantinnen für Sportvereine und insbesondere dem Ehrenamt gibt es noch viel zu tun.

Wir Freie Demokraten wollen außerdem einen EU-Binnenmarkt für gemeinnützige Organisationen schaffen. Rund 146.000 Stiftungen und eine noch größere Zahl von Vereinen und Förderern sind in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Soziales, Wissenschaft, Sport und Kultur aktiv und setzen eine Reihe von Projekten und Aktivitäten für das Gemeinwohl um. Doch EU-grenzüberschreitend ist die Anerkennung des Gemeinnützigkeitstatus, von Spendenquittungen und Kooperationen noch immer problematisch. Wir wollen daher einen Europäischen Binnenmarkt schaffen, der die noch bestehenden Hürden für grenzüberschreitende Förderungen und Kooperationen abbaut. Im Zuge dessen fordern wir auch die Schaffung eines europäischen Vereinsrechts als zusätzliche Alternative zu nationalen Vereinsformen.

4. Nationale Sportförderung soll weiter möglich sein. Wir wollen das auf der Grundlage von Art.165 Abs.4 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der EU) eingerichtete EU-Sportförderprogramm jedoch weiterentwickeln, ohne Doppelstrukturen zu schaffen. Wir wollen den Beitrag des Sports an der Regionalentwicklung mit Hilfe der EU-Strukturfonds verstärken – auch in Bezug auf die Förderung lokaler Sportinfrastruktur.

5. Gesundes Konkurrenzdenken gehört zum Sport dazu. Zum Fairplay gehören allerdings auch Grenzen im Konkurrenzdenken – auf dem Platz und auf den Zuschauerrängen. Formen von Ausgrenzung erleben wir bei lokalen Wettkämpfen (Derbys) ebenso wie auf nationaler Ebene. Da es für uns keine Option darstellt, auf Sport als Wettkampf zu verzichten, sollte Nationalismus weiterhin durch gesellschaftliche Perspektiven, Aufklärung und Aussteigerprogrammen begegnet werden.

6. Die „Europäische Woche des Sports“ gehört in den Pflichtkatalog der regelmäßigen Veranstaltungen in den Mitgliedstaaten und muss zu einer echten gesamteuropäischen Initiative werden.

Wir wollen Europa zu einem Vorbild gemeinsamen Handelns gegen Doping und Manipulationen im Sport machen und damit auch die WADA weltweit zu einem Ausbau länderübergreifender Vereinbarungen bewegen. Dazu gehört auch der Einsatz gegen Wettbetrug.

Wir wollen den Glücksspieländerungsstaatsvertrag europarechtlich kompatibel machen und den Markt für Sportwetten kontrolliert öffnen.

Wir wollen in Europa länderübergreifend die Zukunft von Sportstrukturen – auch mit wissenschaftlicher Unterstützung – weiterentwickeln, ohne die Sportpolitik zu zentralisieren und das Ehrenamt durch neue bürokratische Auflagen zu überfordern.

Wir wollen auf dem Weg zu einem digitalen Binnenmarkt in Europa Schutzrechte von Sportveranstaltern durchsetzen und Urheberrechte sichern.

Wir wollen den Möglichkeiten und der Bedeutung des Sports auch in der Außen-und Entwicklungspolitik Rechnung tragen und eine gemeinsame EU-Sportdiplomatie entwickeln.

Lassen Sie uns dazu auch nach der Europawahl im Gespräch bleiben.

Antworten Die Grünen

1.Sport und Kultur haben einen festen Platz in Europa. Sport ist ein besonders geeignetes Mittel zur Völkerverständigung. Er wird flächendeckend angeboten und ist generationenübergreifend. Regeln des Sports werden überall verstanden. Begrenzungslinien des Spielfeldes oder ein Pfiff der Schiedsrichter*in benötigen keine Muttersprache. Im zusammenwachsenden Europa ist Sport eine wichtige Lebenswelt.

In Deutschland hat der Sport viel dazu beigetragen, dass sich die Menschen in Teilungszeiten von Bundesrepublik und DDR weiter begegnen konnten.

Fußball ist eine Erfolgsgeschichte. Die internationalen Fußball-Ligen finden länderübergreifend großes Interesse in Medien und Netzwerken. Damit wird automatisch Interesse an anderen Menschen, Staaten, Regionen und Städten geweckt – über den sportlichen Wettbewerb hinaus. Auch im Sport zeigt sich: Die europäische Freizügigkeit hat zu einer größeren sportlichen Qualität im Fußball geführt.

Wir begrüßen besonders: Der israelische Fußball hat aus den bekannten politischen Gründen einen festen Platz in den europäischen Wettbewerben gefunden.

2. Jugend- und Kulturaustausch sind dazu besonders geeignet. Wissenschaftsprojekte zur Hervorhebung der europäischen Dimension des Sports müssen stärker gefördert werden. Diese Ziele werden im EU-Programm „Erasmus+“ berücksichtigt. Die neue Kommission muss hier stärker entbürokratisieren, damit die Projekte noch passgenauer für Sport und Bewegung genutzt werden können.

Aber: Die Sportentwicklung benötigt auch europäische Leitplanken. Daher muss es in Europa auch einen klaren Kurs gegen Doping, Korruption, Spielmanipulationen sowie gegen Rassismus und Diskriminierung geben. Deutschland muss hier die deutsche Ratspräsidentschaft 2020 nutzen, um glaubwürdige Maßnahmen mit den EU-Staaten abzustimmen.

Der Sport sollte seine Vorbildfunktion nutzen: Prominente Sportler*innen sollten sich klar zugunsten Europas und für die gemeinsame Idee des Sports einsetzen.

3. Sportvereine haben ihre Wurzeln vor Ort und in der Region. Dort müssen Unterstützung und staatliche Förderung stattfinden. Oft zeigt sich die große Vielfalt und Entstehungsgeschichte bereits in den Vereinsnamen. Nachwuchs- und Jugendarbeit leben auch von Tätigkeit und Engagement der Personen im Verein – hauptberuflich oder ehrenamtlich. Hier sind Menschen mit Migrationshintergrund leider noch unterrepräsentiert. Daher muss es noch stärker als bisher Maßnahmen und Programme zur Förderung der Vereinsarbeit und des bürgerschaftlichen Engagements geben. Die Freiwilligendienste müsse ausgebaut werden.

Wir begrüßen sehr, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Dachorganisation von 27 Millionen Sportmitgliedern in Deutschland einen Wahlaufruf zur Teilnahme an der Wahl des Europäischen Parlaments veröffentlicht hat. Wir GRÜNE würden es besonders begrüßen, wenn es Wahlaufrufe auch durch Sportvereine geben würde.

4. Die Sportförderung auf EU-Ebene unterliegt seit 2009 den Vorgaben des Lissabon-Vertrages (Art. 165). Die finanzielle Förderung durch die EU darf daher nur „unterstützenden, koordinierenden oder ergänzenden Charakter“ haben. Das ist auch gut so.

Aber: Hier wird jedoch bisher nicht immer eine klare Abgrenzung zwischen den Förderkriterien deutlich. Daher fordern wir zur besseren Nachvollziehbarkeit der Sportförderung sowohl auf EU-Ebene als auch in Deutschland ein Transparenzportal.

Eine finanzielle Förderung von Profisportarten mit Steuergeldern lehnen wir auch weiterhin ab. Wir setzen uns dafür ein, dass die kommerziell ausgerichteten Sportverbände wie IOC, FIFA und UEFA bei internationalen Sportgroßveranstaltungen in Deutschland keine Steuerbefreiung erhalten.

5. Die Instrumentalisierung des Sports geschieht meist von außen. Sport wird von außen als Plattform für Nationalismus, Diskriminierung, Rassismus und Gewalt genutzt. Diesen bedrohlichen Entwicklungen müssen Politik und Sport, aber auch Zuschauer*innen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, klar widersprechen. Denn: Die gemeinsamen Werten der EU und die anerkannten Regeln des Sports mitsamt Fairplay passen sehr gut zusammen.

6. Wir regen an:

Es sollte ein gemeinsames europäisches Jugendwerk nach dem Vorbild des deutsch-französischen und des deutsch-polnischen Jugendwerkes geschaffen werden.

Es sollte ein Kulturprogramm „Sport und Europa“ im Vorfeld der an vielen Spielorten stattfindenden europäischen Fußball-Europameisterschaft 2020 geben.

Auf Ebene der EU sollte es sofort eine klare rechtliche Vorgabe geben, dass Männer und Frauen als Sportprofis die gleiche Bezahlung einschließlich Prämien erhalten sollten.

Antworten Die Humanisten

1. Sport und sportliche Wettkämpfe sind ohne Zweifel ein wichtiger Teil der Völkerverständigung, Kooperation und des friedlichen Austausches. Das bezieht sich nicht nur auf die Events und Trainings, sondern auch auf die darum herum angeordneten Projekte. Viele Vereine und Städte unterhalten Partnerschaften und Austauschprogramme. Darüber kommen viele junge Menschen das erste Mal mit anderen Nationen und Lebenswelten in Kontakt und Freundschaften können entstehen. Das ist gelebte Völkerverständigung.

2. In vielen Kommunen fehlt es an Mitteln, um die Sportvereine weiter aufrechtzuerhalten. Sportförderung darf sich nicht nur auf den Spitzensport beziehen, der viel im Licht der Aufmerksamkeit steht. Gerade in den Kommunen braucht es auch weiterhin genügend Mittel, um die wichtige Vereinsarbeit weiter fortführen zu können. Diese bietet Kindern und Jugendlichen eine gute Beschäftigung in der Freizeit und hilft bei ihrer persönlichen Entwicklung durch den Sport an sich und die sozialen Aspekte, zu denen auch die Völkerverständigung zählt. Auf dieser Ebene wird auch der Grundstein für einen erfolgreichen Spitzensport gelegt. Sie darf nicht vernachlässigt werden.

3. Wir stimmen der getroffenen Aussage zu: Sport und Sportförderung haben eine wichtige integrative Komponente. Sport ist ein essenzieller Bestandteil jeder Gemeinschaft und der Aspekt des gemeinsamen Trainings und Wettbewers schweißt Kinder und Jugendliche zusammen. Sportpolitik ist in unseren Augen aber Ländersache und muss als solche von diesen geregelt werden. Auf europäischer Ebene kann höchstens ein Rahmen zur gemeinsamen Kooperation in der Sportpolitik zwischen den Ländern geschaffen werden, innerhalb dessen sich die Länder austauschen, von einander lernen und aneinander anpassen können. Zusätzlich dazu wäre die Einrichtung europäischer Sportteams denkbar.

4. Grundsätzlich sollte die Sportförderung Ländersache sein und nur der Spitzensport, der auf Bundesebene stattfindet und in der herausragende Athleten die jeweiligen Länder vertreten, sollte mit Bundesmitteln finanziert werden. Auf europäischer Ebene muss dieses Prinzip der Subsidiarität weiterhin gelten. Das bedeutet für uns aber auch, dass es einen europäischen Spitzensport geben sollte, der auf europäischer Ebene betrieben und finanziert wird und in dem die besten Athleten der Länder Europa als Ganzes vertreten.

5. Diese Theorie ist Unsinn. Sie lässt vollkommen die kooperativen Aspekte außer Acht, vermutet hinter dem kompetetiven Charakter eines Wettkampfes eine per se verdächtige Art von Macht und Gewalt und beschuldigt Fans. Tatsache ist doch, dass wir Menschen uns schon immer Gruppen zugeordnet haben und als solche auch immer wieder miteinander konkurrieren und das auf allen Ebenen. Vom Nachbardorf, dem Nachbarbundesland bis hin zum Nachbarstaat. Solche Veranstaltungen sind auch immer wieder eine spielerische Art Konflikte zu lösen, auf dem Spielfeld auszutragen und “Dampf abzulassen”. Das ist nichts schlechtes, sondern erfüllt einen wichtigen Zweck. Schlecht wird es, wenn diese Konkurrenz in Rassismus und Gewalt umschlägt. Das ist aber nur sehr selten der Fall und zumindest bisher ist weder Dortmund bei Schalke militärisch einmarschiert, noch haben sich beide von Deutschland abgespalten.

Was jedoch stimmt ist, dass Staaten den internationalen Spitzensport gerne auch immer wieder zur Imagepflege oder Propagandazwecken nutzen. Das gab es in der Geschichte immer wieder und auch Nordkoreas Auftritt bei Olympia ist so einzuordnen. Diesen Aspekt darf man nicht außer Acht lassen, aber er hat nicht viel mit der These des “Nationalismus durch sportliche Wettkämpfe” zu tun.

6. Keine weiteren Ergänzungen.

Antworten Piratenpartei

1.Schon in der Antike sind die Olympischen Spiele als Zeitraum des währenden Friedens geschaffen worden. Dies zeigt, dass neben dem sportlichen Wettkampf die Idee der Völkerverständigung die treibende Kraft auch bei der Einführung der Spiele der Neuzeit 1894 durch Baron Pierre de Coubertin war. Mittlerweile hat zwar der Kommerz vielfach die Oberhand gewonnen, das ursprüngliche Ziel eines Treffens der Jugend der Welt ist aber weitgehend erhalten.
Dies gilt somit auch als Ausgangspunkt für die heutige Betrachtung. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade der Fußball die beliebteste Sportart unter zu uns kommenden Menschen aus anderen Teilen der Welt ist. Hier kommen Teamgeist und Leistungswille zusammen.

2.Das fängt in der frühesten Jugend an. Schon von Kindesbeinen an ist es mit oder ohne eine Vereinszugehörigkeit möglich, einen Sport auszuüben. Kaum eine Rolle spielt da die Zugehörigkeit zu einer finanziellen oder ethnischen Schicht. Vereine verstärken zumeist diese Form der gesellschaftlichen Integration. Nicht nur die sportliche Betätigung steht dabei im Mittelpunkt, sondern auch die soziale Interaktion. Hier werden die Grundlagen für das allgemeine gesellschaftliche Zusammenleben gelegt. Dies gilt für den kleinen Dorfverein genauso, wie für die europäischen Spitzenvereine.
Unterstützen kann das die öffentliche Hand dadurch, dass vielfach ehrenamtlich Tätige in der Ausübung unterstützt werden. Ein europaweites bedingungsloses Grundeinkommen würde auch helfen, sich vollends auf eine derartige gesellschaftlich so wichtige ehrenamtliche Tätigkeiten zu konzentrieren.

Aber auch die Vereine an sich brauchen Unterstützung bei ihren Investitionen in Plätze, Unterkünfte und Ausstattung. In größeren Kommunen mit entsprechenden Haushaltsansätzen klappt das ganz gut, in kleineren ohne große Möglichkeiten zur Einnahmeerzielung ist es schwieriger. Hier muss dann die übergeordnete Ebene die Mittel zur Verfügung stellen. Dabei ist nicht der Leistungsgedanke zu fördern, sondern die persönliche Entwicklung, die auch beinhaltet zu erkennen, dass alle Menschen gleich sind.

3.Der Austausch zwischen den Nationen muss auch in den Vereinen ein Ziel sein. Besuche, beispielsweise bei und von Vereinen aus europäischen Partnerstädten, sind dabei hilfreich. Dafür sollten die Voraussetzungen zur Erlangung von europäischen Fördermitteln entsprechend offen gestaltet werden.

4.Sowohl als auch. So kann sich die nationale Ebene auf die Unterstützung der Infrastruktur von Vereinen beschränken, die europäische Ebene auf alles das, was der Völkerverständigung dient. Aber auch das Programm Erasmus+ Sport muss erweitert werden. Insbesondere die gleichberechtigte Förderung der Geschlechter, von Menschen mit jeglicher Art von Beeinträchtigung oder auch der Kampf gegen Homophobie müssen mehr in den Fokus geraten.

5. Das Thema war bis zur Fußball-WM2006 in Deutschland nicht wirklich existent. Erst mit dem Aufkommen klar rassistischer Strömungen und deren Beförderung durch die ihr nacheifernde Politik, wurde Nationalismus im Sport zu einem Problem, das beachtet wurde. Somit sind es nicht die sportlichen Wettkämpfe, sondern die gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die Nationalismus befördert. Dass den daraus entstehenden Extremen in Stadien nicht Einhalt geboten wird, wo es zumindest in Teilen Europas mittlerweile toleriert wird, wenn offener Rassismus gegen Schwarze zum Ausdruck kommt, ist ein Versagen des Rechtsstaates an sich.

6.Sehr gerne. Sport darf nicht ein Spielball von Geld sein. Wenn durch Korruption in den Verbänden Spielorte oder gar ganze Meisterschaften beeinflusst werden, muss diesem Treiben Einhalt geboten werden.
Aber auch der viel gerühmte freie Markt hat Grenzen. Gerade im Top-Bereich bräuchte es auf europäischer Ebene etwas wie die 50+1-Regel in Deutschland.
Und dass die Profis der französischen Liga keine Einkommensteuer zahlen müssen, ist gerade etwas, was dem Gedanken des freien Marktes widerspricht und muss durch die EU beendet werden. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung, die nicht hinnehmbar ist.

Antwort LKR

1. Wir sehen den Sport, das heißt auch den Fußball, als gute Verbindungsebene für alle Menschen in allen Ländern Europas, sich auszutauschen, auch um in einem produktiven Wettstreit der Sportler untereinander ein gutes  Miteinander zu entwickeln.

2. Eine Sportförderung fällt in die nationale Zuständigkeit, weil die Rahmen- und Lebensbedingungen in den EU Staaten sehr unterschiedlich sind. Eine Förderung eines Sportlers in Deutschland ist deutlich teurer als eine Förderung in Bulgarien, weil die Lebenshaltungskosten entsprechend unterschiedlich sind. Mit Programmen wie Erasmus+ soll die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und -verbänden und aderpolitischen Ebene verfeinert und  gefestigt werden. Die EU könnte helfen, dass Ehrenamt auch im Sport zu fördern und von unnötigen bürokratischen Auflagen zu befreien.


3.Besonders auf kommunaler Ebene zeigt sich, dass Sportvereine eine hervorragende Integrationsarbeit leisten. Der sportliche Wettstreit auf europäischer Ebene schafft Attraktivität der Vereine für die Sportler, weil Vereine die Basis zu internationalen Treffen sind. Sport verbindet und baut Hemmnisse ab, denn die Aufgaben sind für alle Teilnehmer der sportlichen Wettkämpfe gleich. Die EU könnte die Zusammenarbeit der Vereine über die Grenzen hinweg fördern.


4. Eine Sportförderung ist eher eine nationale Angelegenheit, weil die Rahmenbedingungen auch für die Sportler sehr unterschiedlich sind. Die EU könnte helfen, Hemmnisse einer Sportförderung abzubauen und eine „Internationale Woche des Sports“ als gemeinsames Projekt in allen EU Staaten organisieren.

5. Richtig ist, dass von einigen Menschen die sportlichen Wettkämpfe besonders auch verbal missbraucht werden, wenn die Engländer gegen die Deutschen Fußball spielen. Selten wird differenziert, dass eine englische Mannschaft gegen eine deutsche Mannschaft Fußball spielt. Verkürzt heißt es oft „Deutschland schlägt England“. Das ist eine verfremdende und überhöhte Darstellung eines mannschaftlichen Wettstreits.

Ein Nationalismus als politische Aussage wird von normal denkenden Menschen durch den sportlichen Wettstreit aber nicht befeuert.


6.Bedenklich ist, dass sportliche Ereignisse nicht nur im Fußball immer weiter kommerzialisiert werden, eine völlige Entrückung zur Lebensrealität der Menschen auf der Straße stattfindet. Ablösesummen und Gehälter für Spitzensportler verfremden den Wert des Sports. Ebenso befremdlich ist die häufige Anbiederung der Politik an den erfolgreichen Spitzensport.

Antwort BGE-Partei


Das Bündnis Grundeinkommen ist eine Ein-Themen-Partei zu Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen in Deutschland und Europa. Wir gehen davon aus, dass sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen auch positiv auf  die Freizeitgestaltung, den Sport und damit auch auf die gesundheitlichen und integrativen Funktionenen auswirken wird. Insbesondere die Stärkung des Ehrenamts durch die Abschaffung der Erwerbspflicht zur Sicherung des Grundeinkommens schafft in (Sport-)Vereinen viele neue Möglichkeiten.

Antwort Bündnis C

Bildung, Kultur und Sport sind in nationaler Zuständigkeit und dort gut aufgehoben. Von daher kann die EU den Austausch und die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten unterstützen, aber im Wesentlichen obliegt dieser der Kooperation der Länder. Das soll aus unserer Sicht so bleiben, um durch EU-Zuständigkeiten die Kooperation nicht zu verkomplizieren. Eine Regulierung vonseiten der EU würde mehr Bürokratie und wiederum höhere EU-Budgets bedeuten.

Antwort Familienpartei

Die heiße Phase im Wahlkampf ist eingeleitet. Daher werden Sie sicherlich verstehen, dass wir keine Fragen für Plattformen mehr beantworten. In unserer Partei wird Politik ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Wir haben keine angestellten Mitarbeiter, die die Fragen für Plattformen abarbeiten, das würde auch Ihrem Thema nicht gerecht werden. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und müssen zum jetzigen Zeitpunkt auf unser Wahlprogramm unter www.wählefamilie.de verweisen.

Antwort Die Linke

Link zum PDF auf der Seite des Deutschen Bundestags

1 Antwort zu “Wahlprüfsteine Sportpolitik zur Europawahl 2019”

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